Sonntag, 19. Mai 2024
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    Lisa Mayerhofer
    Lisa Mayerhofer
    Mitglied der NewFinance-Redaktion mit vorherigen Stationen beim Süddeutschen Verlag und Burda Forward.

    Aktuelle Beiträge

    Alle zwei Minuten kommt es zu einem Wildunfall

    Obwohl die Deutschen im Coronajahr 2020 weniger Auto gefahren sind, gab es keine Schonzeit für Rehe, Wildschweine und Co.: 272.000 Wildunfälle haben die deutschen Autoversicherer registriert – und monieren explodierende Preise für die Reparaturen.

    853 Millionen Euro Kosten für Versicherer

    Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2020 nur einen leichten Rückgang der Wildunfälle um 7,8 Prozent, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt. Das ist zwar eine positive Entwicklung nach dem „Rekordjahr“ 2019 mit 295.000 Wildunfällen. Der Rückgang hätte aber angesichts der selteneren Autonutzung noch größer ausfallen können.

    Versicherer ärgern sich außerdem über die höheren Kosten: Die Preise für Reparaturen – vor allem Ersatzteile – sind im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gestiegen. 853 Millionen Euro mussten die Versicherer 2020 insgesamt für Wildunfälle berappen. Das waren im Schnitt 3.100 Euro pro Kollision mit einem Wildtier. 2019 waren es noch 3.000 Euro.

    „Rein rechnerisch kollidiert alle zwei Minuten ein kaskoversicherter Pkw mit einem Wildtier. Allerdings ist die Gefahr eines Wildunfalls übers Jahr ungleich verteilt: Besonders hoch ist das Risiko in den Monaten April und Mai und von Oktober bis Dezember. Gerade in den kommenden Wochen sollten Autofahrer also besonders vorsichtig sein“, berichtet Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV.

    Kein Einfluss auf persönlichen Schadenfreiheitsrabatt

    Der GDV rät deshalb Autofahrern, die Warnschilder vor Wildwechsel zu beachten und langsamer zu fahren. Fahrer sollten vor allem aufpassen, wenn sie am Rand von Feldern, Wiesen und Wäldern vorbeifahren. Wer ein Reh oder ein Wildschwein auf der Straße oder am Straßenrand sieht, sollte die Geschwindigkeit verringern und das Fernlicht abblenden. Riskante Ausweichmanöver sollten allerdings vermeiden werden: Zu groß ist die Gefahr einer viel bedrohlicheren Kollision mit einem anderen Auto oder einem Baum.

    Wer einen Wildunfall verursacht hat, sollte die Unfallstelle sichern und die Polizei benachrichtigen. Für die Versicherung ist es darüber hinaus sinnvoll, sich nicht nur eine Wildunfall-Bescheinigung ausstellen zu lassen, sondern auch Fotos vom Unfallort, dem Tier und dem Fahrzeug zu machen. 

    Für den Schaden zuständig ist die Voll- bzw. Teilkaskoversicherung, informiert der GDV. Außerdem gibt es Versicherer, die ihren Schutz in der Teilkasko zusätzlich auf Unfälle mit bestimmten weiteren oder auch Tieren aller Art ausgeweitet haben. Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt hat ein Wildschaden keinen Einfluss.

    Titelbild: © babaroga/stock.adobe.com

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