Donnerstag, 6. Oktober 2022
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    Stephanie Gasteiger
    Stephanie Gasteiger
    Leitung der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

    Aktuelle Beiträge

    Timo Vierow: „Das Ostfrieslandprojekt hat meine Erwartungen übertroffen!“

    Im Mai 2022 setzte Timo Vierow ein Projekt um, das es so bis dato so noch nicht gegeben hatte: Ghost Diving in der Nordsee. Mit dem Team von Ghost Diving Germany fischte der Tauchexperte und Versicherungsmakler herrenlose Geisternetze aus dem Meer, bevor sie zu Mikroplastik und damit schädlich für die Umwelt werden – ganz zu schweigen von der Gefahr für Meeresfauna und -Flora, die sich in den Netzen verfangen. Einige Monate später werfen wir einen Blick zurück und fragen Timo, ob das Projekt neben einzigartig auch einmalig war. 

    Redaktion: Timo, bald liegt das Projekt ein halbes Jahr zurück. Was ist Deine Resonanz? Was war das Feedback der Branche? Und bekommst Du nach wie vor Rückmeldungen und Reaktionen? 

    Timo Vierow: Meine Erwartungen wurden übertroffen, und zwar alle! Die Resonanz war großartig. Direkt nach dem Projekt war die mediale Aufmerksamkeit der Wahnsinn und erstmal gar nicht greifbar für mich. Die ersten Wochen gab es kein Gespräch, in dem es nicht irgendwann um das Projekt ging. Ich wurde auf der Straße angesprochen und bekam viele Anrufe und Nachrichten wegen des Projektes. 

    Timo Vierow mit dem Team von NewFinance
    Redaktion: Auch der NDR hat unter anderem berichtet. Doch was war das Feedback der Branche? Und bekommst Du nach wie vor Rückmeldungen und Reaktionen? 

    Timo Vierow: Vielen waren die Geisternetze, das, was diese anrichten und wieso sie uns alle etwas angehen, gar nicht bekannt. Beziehungsweise war ihnen das Ausmaß nicht bewusst. Und ja, es gibt immer noch weiter Rückmeldungen und ich bin froh, dass es so ist. Meine Leidenschaft ist das Wasser, deswegen das Meeresschutzprojekt, dass Erste für bessergrün. Danke an dieser Stelle nochmals an Henning Bernau, Vorstand der NV-Versicherungen, dass wir das erste Meeresschutzprojekt durchgeführt haben. 

    Ich würde mich freuen, wenn noch weitere Versicherer folgen. Ideen und Kontakte für weitere Meeresschutzprojekte habe ich genug.  

    Redaktion: Gib uns doch ein paar Zahlen. Wie viele Kilo Netze habt ihr geborgen, wie viele „Besucher“ beziehungsweise Beobachter gab es aus der Branche? Und wie viele Helfer waren über den Zeitraum des Projekt im Einsatz? 

    Timo Vierow: Wir haben gut 500 Kilo Netze bei diesem Projekt geborgen – also die Taucher von Ghost Diving Germany. Wenn man die Bedingungen kennt und weiß, wie anspruchsvoll es ist, in der Nordsee zu tauchen, ist das eine großartige Leistung. Wir hatten in der Woche zudem über 200 Gäste. Darunter auch Vertreter der Presse und Politik. Aber eben auch aus der Versicherungsbranche und Umweltverbänden. Wie viele genau es aus der Branche waren, weiß ich gar nicht. 

    Redaktion: Und wie tragend war die Rolle der Helfer, die über den Zeitraum des Projekt im Einsatz waren? 

    Timo Vierow: So ein Projekt braucht Helfer, und zwar viele. Auch an dieser Stelle allen Beteiligten nochmal meinen herzlichen Dank für diese tolle Woche. Besonders möchte ich mich bei den Tauchern und Helfern von Ghost Diving Germany bedanken, die die Netze geborgen haben. Aber ebenso bei bessergrün, bei den NV-Versicherungen, beim Nordseeheilbad Carolinensiel/Harlesiel, bei den Skippern und Mannschaften der Begleitboote und bei allen, die ich vergessen habe.   

    Redaktion: Wo warst Du seither – auch mit Ghost Diving Germany – im Wasser? Und was sind weitere gemeinsame Projekte? Werdet ihr nochmal die Nordsee „entnetzen“? 

    Timo Vierow: Ich habe es bisher nicht mit Ghost Diving Germany ins Wasser geschafft, sondern nur privat. Im August war allerdings ein gemeinsamer Trainingstag, um für weitere Projekte zu trainieren. Ich hoffe, dass ich noch an ein, oder zwei Projekten dieses Jahr als Taucher teilnehmen kann. 

    Und inzwischen steht auch fest: Ja, wir werden 2023 wieder in und auf der Nordsee sein. Vermutlich im Mai oder Juni. Wir sind gerade in der Terminfindung. 

    Redaktion: Denkst Du, dass das Projekt das Nachhaltigkeitsbewusstsein innerhalb der Branche verändert hat? 

    Timo Vierow: Ich glaube, dass jedes Projekt dieser Art das Nachhaltigkeitsbewusstsein der Branche verändert. Deswegen ist es so wichtig, dass jeder etwas dazu beiträgt. Egal, ob es ein großes oder kleines Projekt ist: Jeder Beitrag zählt. Und wir als Versicherungsbranche können und sollten meiner Meinung nach noch deutlich mehr tun. 

    Es gab Anfragen aus der Branche, ob man sich das nächste Mal beteiligen kann oder was es braucht, um so ein Projekt auf die Beine zu stellen. Ich bin sehr gespannt, was daraus wird, und hoffe, dass es noch mehr werden. Es freut mich, dass ich durch dieses Herzensprojekt meinen Teil dazu beitragen konnte. 

    Redaktion: Was waren die für Dich positivsten Effekte des Projekts? Was hat Dich selbst überrascht? 

    Timo Vierow: Da gibt es sehr sehr viel Punkte, aber ich fasse mich kurz, sonst wird es ein Buch.

    Es gab für mich zwei Ziele: Dass Geisternetze geborgen werden, und dass wir das Problem Geisternetze möglichst vielen Menschen ins Bewusstsein rufen. Beides ist uns durch das Projekt Ostfriesland 2022 gut gelungen. 

    Überrascht hat mich, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, dass vielen Menschen die Problematik (und erst recht das Ausmaß) mit den Geisternetzen gar nicht bewusst war. Für mich als Taucher war das Thema schon immer sehr präsent. Ich musste wirklich schmunzeln, als jemand meinte er hätte sich gefragt, ob „Ghost Diving“ nicht irgendetwas mit Halloween zu tun hat.  

    Besonders gefreut habe ich mich, als mich etwa zwei Wochen nach dem Projekt jemand bei Facebook angeschrieben hat und meinte, er wäre auf einer Sandbank im Wattenmeer, sonst hätte er die Netze immer liegen gelassen, aber nachdem er durch die Medien von unserem Projekt erfahren hat, werde er es dieses Mal mitnehmen und möchte wissen, wo er es abgeben kann, damit es entsorgt wird. Das war für mich die Bestätigung, dass wir nicht nur Geisternetze geborgen haben, sondern, dass wir durch das Projekt auch andere angeregt haben, ihren Beitrag zu leisten. 

    Es ist noch ein sehr langer Weg, aber genau diese Momente machen mir Mut und zeigen, dass wir es gemeinsam schaffen können, wenn jeder für sich Verantwortung übernimmt und seinen Teil leistet.

    Titelbild: © NewFinance Mediengesellschaft mbH

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