Samstag, 3. Dezember 2022
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    Steffen Moser: „Wir tragen dazu bei, wie es den Menschen künftig geht!“

    Für Steffen Moser ist sein Beruf gleichermaßen Berufung. Er ist Generationenberater mit Leib und Seele und engagiert sich auch über die Grenzen des Versicherns hinaus für junge Familien. Im Seitenblick-Interview erzählt der Finfluencer seine persönliche Geschichte und betont, welch nachhaltige Verantwortung die Branche trägt.

    Warum ist Generationenberatung in deinen Augen so wichtig?

    Ich habe den Eindruck, Generationenberatung wird bei den meisten Menschen bloß mit Vorsorgevollmacht in Verbindung gebracht. Ich möchte das Ganze ein bisschen weiter fassen, indem ich die gesamte Familie auf das, was passieren kann vorbereite – und zwar nicht nur finanziell.

    Bei Anlässen wie Hochzeiten, Taufen und Geburtstagen aber auch zu traurigen Ereignissen kommt die Familie zusammen. Hier möchte ich die Weichen stellen, damit Familien den Raum bekommen, auch in schlechten Zeiten füreinander da zu sein. Damit nicht nur das finanzielle Polster aus BU vorhanden ist, sondern besonders auch Aufklärung in Puncto rechtliche und organisatorische Grundlagen gegeben ist. Damit unter anderem auch der unverheiratete Partner eine Auskunft in der Klinik bekommt. Das ist für mich die Aufgabe der Generationenberatung. Ich frage mich dabei immer: Wie können wir gemeinsam etwas schaffen, das euch als gesamte Familie hilft? Ich möchte von Anfang an alle Familienmitglieder mit ins Boot holen. Das ist ganzheitliche Beratung. Hier haben wir in unserer Branche eine große Verantwortung. Wir gestalten Gesellschaft! Wir tragen dazu bei, wie es den Menschen künftig geht.

    „Wir gestalten Gesellschaft! Wir tragen dazu bei, wie es den Menschen in Zukunft geht.“

    Wie kam es dazu, dass du dich selbstständig gemacht hast?

    2010 musste ich erleben, wie es ist, wenn man unvorbereitet in eine solche Situation gerät. Durch eine schwere Erkrankung ist meine Frau innerhalb weniger Tage verstorben. Wir hatten damals gar nichts geregelt – weder Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht noch das Sorgerecht. In der Klinik wurde mir zum ersten Mal bewusst, wie es sich anfühlt, wichtige Dinge nicht geregelt zu haben. Ich musste um 3 Uhr nachts Entscheidungen zu Organspende treffen, bei denen ich bis heute nicht weiß, ob ich das richtig gemacht habe.

    „Ich musste um 3 Uhr nachts Entscheidungen zur Organspende treffen, bei denen ich bis heute nicht weiß, ob ich alles richtig gemacht habe.“

    Meine Frau brachte damals einen Sohn mit in die Beziehung, den ich mit großgezogen habe, aber eben ohne das wichtige Stückchen Papier in der Hand. Das war der Punkt an dem ich beschlossen habe: So etwas soll nicht nochmal passieren! Einige meiner Kunden haben natürlich auch von meiner Situation erfahren. Auf meine Frage, ob sie für den Fall der Fälle vorbereitet seien, war die Antwort eindeutig: Kein einziger hatte sich Gedanken über das Thema gemacht. Ich verteilte also Formulare wie ein Weltmeister. Als nach zwei Jahren das Formular bei den meisten Kunden immer noch im Regal lag, war mir klar, das muss das anders laufen. Ich habe mir ein ganzheitliches Konzept überlegt – mit Partnern, einem Netzwerk, Anwälten und Dienstleistern. Bei dem der Kunde an die Hand genommen und durchgeleitet wird. Dieses Gefühl zu vermitteln ist wichtig. Der negative Impuls durch den Tod meiner Frau war letzten Endes eine Initialzündung.

    “Der negative Impuls durch den Tod meiner Frau war letzten Endes eine Initialzündung.”

    Du engagierst dich auch über die Grenzen des Versicherns hinaus für deine Kunden. Wo bist du genau aktiv?

    In mehreren Städten in meiner Region gibt es Anlaufstellen für Familien  in Form von einfachen Freizeitangeboten oder gemeinnützigen Vereinen, die ein Familien- oder Generationenzentrum führen. Hier habe ich mich eingebracht und Infoveranstaltungen und Familiensprechstunden zur kostenfreien Erstinformation angeboten. Gerade Corona hat dem Thema eine neue Bedeutung gegeben und es auch bei jungen Familien mit kleinen Kindern mehr in den Fokus gerückt.

    Worum geht es in „Elternabend einmal anders“?

    Ich habe mich gefragt: Wie schaffe ich es, vor allem junge Familien zu erreichen? Ich wollte, dass direkt klar wird: Dieses Thema geht nicht nur ältere Menschen an. Wenn man allerdings eine Veranstaltung zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung annonciert, fühlt sich hauptsächlich die ältere Generation angesprochen. Und so wurde „Elternabend einmal anders“ geboren. Damit habe ich es geschafft, die Zielgruppe zu erreichen, die sich damit noch zu wenig befasst.  Inhaltlich geht es um Informationen rund um fehlendes Sorgerecht, wer kümmert sich im Notfall um die Kinder, wie steht es um die gesetzlichen Regelungen. Wenn ich mich nicht um mein Kind kümmern kann, kann ich mich auch meist nicht um meinen Alltag kümmern. Und hier schließt sich dann mein Gesamtkonzept inklusive Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und persönlicher Notfallplanung. Ich möchte nicht nur punktuell beraten, sondern auch weiter denke und alle relevanten Punkte abklopfe.

    Für Steffen Moser erfordert Generationenberatung eine ganzheitlich und nachhaltige Art der Beratung. Warum sie in seinen Augen der Schlüssel zu Erfolg eines jeden Beraters und Vermittlers ist, verrät er in seinem zweiten Seitenblick.

    Titelbild: © Fotoliebe Anja Gottschalk

    Beitragsbilder: © Fotoliebe Anja Gottschalk; Steffen Moser

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