Mittwoch, 6. Juli 2022
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    Dreckige Geschäfte: Rendite um jeden Preis?

    Laut einer Studie von Stiftung Warentest berücksichtigen weniger als fünf Prozent aller Fonds Kriterien der Nachhaltigkeit bei der Aktienauswahl. Im Vordergrund scheint einzig und allein die Rendite zu stehen. Wollen wir den Planeten noch vor einem klimatischen Supergau retten, muss sich auch die Anlage-Branche massiv ändern. Dafür braucht es eine Bewertungsgrundlage, die ökologische und ethische Mindeststandards definiert.

    Pestizide, Waffen, Uran…

    Es gibt beinahe keine Geschäfte, vor denen herkömmliche Börsen-Investments zurückschrecken. Fast 18.000 Fonds hatte Stiftung Warentest in einer Datenbank gelistet. Etwas mehr als 95 Prozent davon legten Geld in jedwedes Unternehmen oder Produkt an, das Rendite versprach – vollkommen ungeachtet der Rahmenbedingungen. Lediglich die verbleibenden rund fünf Prozent achteten bei der Auswahl der Wertpapiere explizit auf ökologische oder soziale Kriterien.

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    Nachhaltige Fonds: Unverdient schlechter Ruf

    Doch was ist der Grund für die extrem niedrige Beteiligung nachhaltiger Investments an den Weltgeschäften? Ein häufiges Missverständnis, das Menschen oft vor nachhaltigen Aktienanlagen abschreckt, ist die falsche Annahme, dass ethisch-ökologische Geschäfte keine Rendite erzielen. Dabei performen nachhaltige Fonds sehr ähnlich wie herkömmliche Finanzprodukte.

    Risiko bei kleinem Portfolio höher

    Der Unterschied liegt eher in der Risikostreuung: Nachhaltige Fonds oder Indices haben häufig weniger Unternehmen oder Produkte im Portfolio. Je mehr Unternehmen jedoch ethisch-ökologische Standards konsequent umsetzen, umso geringer wird auch das Risiko. Viele erfolgreiche Firmen und sogar Luxuskonzerne gehen bereits mit gutem Beispiel voran. Ein Wandel kann immer nur gelingen, wenn alle Akteure sich aktiv beteiligen.

    Ungeachtet dessen, kommen die Verbraucherschützer von Stiftung Warentest zu einem ermutigenden Ergebnis:

    „Unterm Strich sieht es bei nach­haltigen Fonds ähnlich aus wie bei herkömm­lichen: Es gibt einige Top-Fonds, viel Durch­schnitt und ein paar schlechte Angebote.“

    Auswahlkriterien nachhaltiger Fonds

    Anleger können also nach gleichermaßen gründlicher Recherche, ebenso gewinnbringend in nachhaltige Fonds investieren. Dabei kommt es auf die Auswahlkriterien an, die sich zum Teil noch sehr stark unterscheiden.

    Ethisch-ökologische Fonds gehen gemeinhin nach einem der folgenden zwei Prinzipien vor: Entweder suchen sie Anlagen nach dem Best-in-Class-Prinzip aus, bei dem in Firmen investiert wird, die die besten sozialen oder ökologischen Leistungen ihrer Branche erbringen oder es greifen Ausschlusskriterien, die Investments in unnachhaltige Firmen und Produkte vermeiden.

    In Zukunft mehr nachhaltige Angebote?

    Obwohl das Interesse an ethisch-ökologischen Fonds groß ist, hinken entsprechende Finanzprodukte noch immer stark hinterher. In Deutschland stehen zur Zeit gerade einmal etwas mehr als 50 Anbieter ökologischer Fonds zur Auswahl. Das Angebot ist deutlich ausbaufähig. Erste Anzeichen wie der massive Anstieg aufkommender nachhaltiger EFTs stimmen jedoch zuversichtlich, dass die Branche zeitnah einen signifikanten Zuwachs erleben wird.

    Titelbild: © Patrick Hendry / Unsplash

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