In der aktuellen Ausgabe seiner Interview-Reihe mit Entscheidern und Vordenkern der Versicherungsbranche reiste Flexperto Geschäftsführer Felix Anthonj an die Elbe. Beziehungsweise Alster. Denn in Hamburg, in unmittelbarer Nähe zum Jungfernstieg traf er sich mit Dr. Angelo Rohlfs. Mit dem Vorstandsmitglied der VHV Allgemeine Versicherung AG sprach er über die Initiative zu meinMVP, Change Prozesse im eigenen Unternehmen und vieles mehr.
Oldtimer oder Neuwagen?
Der Start von meinMVP, dem webbasierten und kostenfreien Maklerverwaltungsprogramm (MVP), dessen Entwicklung die VHV initiierte, ist durchaus geglückt. 2.800 Vermittler nutzen es bereits. Darüber hinaus heimste die Lösung mittlerweile mehrere Auszeichnungen ein. Etwa den Eisenhut Award für Vertriebssoftware oder den German Innovation Award. In dem Kontext betont Rohlfs, dass es nicht die VHV allein war, die meinMVP ins Rollen brachte. Sondern „eine starke Gruppe von Maklerversicherern (namentlich KS/Auxilia, HanseMerkur, HK, Stuttgarter, Swiss Life und die VHV).“ Aber warum hat die Initiative es nicht mit den haufenweise existierenden Lösungen am Markt versucht? Klare Antwort von Rohlfs:
„Was ist leichter: Einen Oldtimer zu rekonstruieren oder einen neuen Wagen zu konstruieren? Wir haben uns für die Neukonstruktion entschieden. Weil aus unserer Sicht der Anfang auf der ‚grünen Wiese‘ deutlich zukunftsfähiger ist als zu versuchen, Zukunft in ein bestehendes System einzubauen.“ Dr. Angelo Rohlfs
Trotzdem nutzt meinMVP einzelne Services bereits verfügbarer Standardprodukte. Und ist zu einem „agilen Integrationsprojekt“ geworden, wie das Vorstandsmitglied erklärt. Aber ist die VHV durch die jüngste Entwicklung auf dem Weg, ein Tech-Unternehmen zu werden, will Felix Anthonj wissen. Für den Vertriebsvorstand hat die Antwort zwei Komponenten, da er sich gewissermaßen in einer „Doppelrolle“ sieht. Denn das VHV-Vorstandsmitglied verfolge weiterhin die Strategie ein Maklerversicherer zu sein und die Position stärker auszubauen. Der Versicherer wolle keine „Tech-Bude“ werden, aber natürlich maximale technologische Unterstützung gewährleisten.
Tech oder nicht Tech?
Als Geschäftsführer der digital broking GmbH wiederum, die meinMVP betreibt, sieht das anders aus. „Hier habe ich natürlich das Interesse, eine Tech-Bude zu sein“, so Rohlfs. Sonst könne die Firma den Maklern nicht glaubwürdig kommunizieren, das modernste und zukunftsfähige MVP anzubieten. Und wie geht es weiter mit meinMVP? Was sind die wichtigsten Meilensteine für die kommenden 12 Monate? Dazu mehr im Video-Interview von Felix Anthonj und Dr. Angelo Rohlfs. Weitere Fragen:
- Welchen Profit erhofft sich die VHV vom kostenlosen meinMVP?
- Wie überzeugt man einen 55-jährigen Vermittler, der für seine Tagesarbeit immer Excel genutzt hat, von einer modernen Software-Lösung?
- Funktionieren Change-Prozesse top-down oder bottom-up?
- Generiert die VHV in zehn Jahren mehr Umsätze durch das Direktgeschäft oder den Maklervertrieb?
Hier gibt es das komplette Video:
Titelbild: ©Flexperto; Beitragsbild: ©Dr. Angelo Rohlfs/VHV Allgemeine Versicherung