Mittwoch, 19. Januar 2022
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    „Die Industrie tut gegenüber der Umwelt so, als wäre sie staubdumm.“

    So Gerhard Uhlenbruck, deutscher Mediziner und Aphoristiker. Und er hat absolut recht. Egal ob Luftverschmutzung durch Feinstaub und Abgase, Wasserverschmutzung durch Plastik und Schifffahrt oder Bodenverschmutzung durch industrielle Landschaftsnutzung und Erosion. Weltverschmutzung geht uns alle etwas an. Vor allem, weil wir keine andere Welt haben. Doch die Menschheit scheint das zu vergessen – wie sonst lässt sich die enorme Verschmutzung erklären, die wir der guten alten Erde antun? Klimawandel und Ressourcenknappheit kommen hinzu. Aber nicht verzagen, es gibt einen Silberstreif: Denn laut einer Umfrage hat das Umdenken begonnen. Hin zur Nachhaltigkeit. Immer mehr Deutsche wollen nachhaltig leben und sind bereit, dafür aktiv etwas zu tun.

    So viel Land braucht das Land

    Doch bevor global gedacht wird, kehren wir vor der eigenen Haustür. Und sehen uns Deutschlands ökologischen Fußabdruck an. Darunter wird die Erdfläche verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstandard eines Menschen (unter heutigen Produktionsbedingungen) dauerhaft zu ermöglichen. Dieser Nachhaltigkeitsindikator schließt ebenfalls Flächen ein, die zur Produktion oder Entsorgung (Kleidung, Nahrung, Energie, Müll) benötigt werden.

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    Herangezogen werden solche ökologischen Abdrücke, um im Zusammenhang mit dem Konzept der Bildung auf Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit hinzuweisen. Oder auf Defizite aufmerksam zu machen. Laut einer weltweiten Untersuchung von Global Footprint Network müsse Deutschland 3,2 Erden zur Verfügung haben, um den Lebensstandard der Bevölkerung zu halten.

    Oekologischer Fußabdruck
    Oekologischer Fußabdruck /Quelle: Statista

    Deutschland will

    Mehr Landmasse zu annektieren ist schwer, auch undemokratisch, doch soweit muss es nicht kommen. Bereits jetzt ist jeder zweite Deutsche bereit, seinen Alltag umweltbewusster zu gestalten. In Liebe zur Umwelt und Nachhaltigkeit. Das geht aus einer Umfrage von Statista in Zusammenarbeit mit YouGov hervor. Die Hauptänderungen: auf Plastik zu verzichten und Dinge reparieren, statt neukaufen.

    Raus, an die frische Luft

    Das Begreifen von Problematiken ist der erste Schritt zur Besserung. Nicht nur seit dem Plastiktüten im Supermarkt kostenpflichtig wurden, sondern auch davor verzichteten viele Deutsche auf Plastik (53 Prozent). Grundsätzlich gaben 51 Prozent an, mit Strom und Energie verantwortungsvoll umzugehen. Auch Spülmaschine und Trockner fressen viel Energie und deshalb trocknen 52 Prozent der Deutschen ihre Kleidung an der frischen Luft. Reparaturen sind zu teuer? Permanenter Neukauf war einmal, und so geben 53 Prozent der Befragten an, Dinge lieber zu reparieren, statt sie neu zu kaufen.

    Die Dinge richtig verpacken

    Nachhaltige Angebote für nachhaltige Nachfragen. So können sich 70 Prozent der Deutschen vorstellen, in Unverpackt-Länden einzukaufen. Solche Läden kommen gänzlich ohne umweltschädliche Verpackungsmaterial aus, mitgebrachte Beutel und Dosen sind willkommen. Aus Alt mach Neu, Upcycling sowie der Besuch eines Repair-Cafés scheint mittlerweile nicht mehr abwegig.

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    Eine weitere Umweltsünde: One-way-Becher. Bald Geschichte? Hier reagieren die Befragten mit der Bereitschaft, eigene (66 Prozent) oder wiederverwertbare Trinkgefäße mit Pfand (58 Prozent) zu nutzen. Auch hätten immerhin zwei von fünf Befragten Interesse an Containern (41 Prozent).

    Titelbild: © nuvolanevicata /fotolia.com

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