Montag, 4. Juli 2022
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    Manipulation am Bitcoin bewiesen, der Tether gefasst! Konsequenzen?

    Schluss aus und vorbei! Der Drops ist gelutscht, der Käse ist gegessen, die Blase geplatzt. Alle Realskeptiker der digitalen Währung Bitcoin können süffisant lächelnd aufatmen. Alle virtuellen Spekulanten – stark bleiben. Der Preis des Urcoins Ende 2017, der von 3.800 Euro im September auf 16.000 Euro kletterte: Manipuliert! Was nun, weiterhin “Hodln” oder doch alles als Farce beschimpfen und verkaufen?

    Denn die Finanzprofessoren John Griffin und Amin Shams von der Universität Texas hegten ein Verdacht gegen den Tether-Token. Grund: Dieser soll den Bitcoin-Preis auf der Plattform Bitfinex manipuliert haben. In einem 66-seitigen Exposé beziehen die Wissenschaftler Stellung. Ihr Verdikt: Tether manipuliert am Preis.

    Wer ist der Täter?

    Der Verdächtige: Tether. Seine Motivation: Unabhängigkeit.

    Die mysteriösen Gründer Giancarlo Devasini und Philip Potter versprachen, dass der Token 1:1 mit dem US-Dollar gekoppelt ist. Eine Sensation in der Kryptowelt, denn so wäre er nicht wie andere Cyberwährungen von Fiatgeld abhängig. Diese Kopplung sollte den Tausch und Handel von Dollar und Tether unkompliziert gestalten, Investoren sollten sich damit Steuern und Transaktionsgebühren sparen. Eben das ist der Streitpunkt. Denn für jeden Tether-Token müsste zur Absicherung ein realer US-Dollar existieren. Sollten sie nicht existent, wären Tether-Token daher Falschgeld. Und handfeste Nachweise dafür fehlen bis jetzt. Und es kommt noch dicker. Der Tether als „Stablecoin“ wurde überdies beschuldigt, andere Digitalwährungen zu manipulieren. Nun ist die Blase geplatzt.

    Wie lautet das Motiv?

    War es Gier? Vermutlich. Bereits Anfang des Jahres machte “Dr. Doom” Nouriel Roubini Stimmung gegen den Bitcoin-Basher:

     “Tether ist Betrug und wird zur Manipulierung des Bitcoin-Preises benutzt”, so der Ökonom im Januar auf Twitter.

    In einer Studie der Universität Texas bezogen die Wissenschaflter John Griffin und Amin Shams Stellung zum Thema, inwieweit sich Tether auf den Kurs anderer Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. ausgewirkt hat. Und kommen zu einem klaren Ergebnis. Offenbar wurde das Auf- und Abschwungmuster beim Bitcoin-Kurs nicht nur durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

    “Wir stellen fest, dass Käufe mit Tether nach Marktabschwüngen auftreten und zu einem beträchtlichen Anstieg des Bitcoin-Kurs führen“, heißt es in der Studie.

    It’s Fake Kurs

    Im Klartext: Zwischen den Tether-Käufen und dem Kurs des Bitcoin besteht eine zeitliche Wechselbeziehung. In für die Währung ausschlaggebenden Momenten, so die Analyse. Die historische Höchstmarke von 20.000 US-Dollar? Diesen Wert soll der Bitcoin nie de facto gehabt und nur mit Hilfe von Tether erreicht haben, behaupten Griffin und Shams. Ebenfalls auffällig: Tether wurde zumeist in riesigen Mengen ausgegeben und die Tokens gingen größtenteils an den Handelsplatz Bitfinex. Sowohl Tether als auch Bitfinex kursierten im Fall der Paradise Papers. Ob zufällig oder nicht: Sowohl Token, als auch die Plattform wurden von Giancarlo Devasini und Philip Potter initialisiert. Zufälle gibts.

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    Demnach simulierte die Plattform damit eine Nachfrage, die echte Investoren lockte, andere Kryptowährungen zu kaufen. Da Tether vor allem auf Bitfinex gehandelt wird, stieg der Preis. Die Wissenschaftler haben laut eigener Aussage mindestens 87 stichhaltige Eingriffe identifiziert. Diese wären für fast 50 Prozent des Wertzuwachses von Bitcoin zwischen März 2017 bis Ende März 2018 verantwortlich.

    Bitcoin: Debunked

    Die Vermutung der beiden Finanzexperten wurde vor allem durch Asymmetrie zwischen Käufen und Verkäufen gestützt:

    Wenn der Bitcoin-Preis fiel, stiegen die Käufe mit Tether an. Während der Preis von Bitcoin natürlich an- oder weiter stieg, gab es keine rückläufige Bewegung. Das deute an, dass Tether genutzt wurde, um den Preis des Urcoins bei Abschwüngen zu schützen. Derartige Muster könnten nicht durch natürlich Marktbewegungen und Nachfrage erklärt werden. Sie passieren nicht einfach zufällig.

    Welche Konsequenzen die Studie haben wird, ist noch nicht absehbar.

    Bild: © ViennaFrame/ fotolia.com

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