Montag, 4. Juli 2022
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    Linke Ecke: Robo-Advisor. Rechte Ecke: Mensch. Wer berät besser?

    Schreien demonstrierende Finanzberater bald: „Roboter nehmen uns die Arbeitsplätze weg!“? Durchaus vorstellbar. Denn mittlerweile beträgt das Anlagevolumen (2017) laut Statista im Segment Robo-Advisor rund 338 Millionen Euro. Im Jahr 2021 wird ein Anlagevolumen von 1.350 Millionen Euro prognostiziert. Dies wäre ein jährliches Wachstum von 41,4 Prozent.
    Eine berechtigte Frage: Sind Roboter die besseren Vermögensverwalter? Oder können Mensch und Maschine zusammenarbeiten?

    „Da stellen wir uns mal janz dumm und sagen …“

    Würde Professor Bömmel, der Physiklehrer aus der Verfilmung der Feuerzangenbowle (1944), anfangen. Wat is ein Robo-Advisor? Nun, er setzt sich aus den englischen Begriffen Robot (Roboter) und Advisor (Berater) zusammen. Es ist also ein digitaler Helfer, in den meisten Fällen ein auf einer KI-basierendes Programm.

    Durch systematische und automatisierte Prozesse gewähren Robo-Advisors Menschen Zugang zur professionellen Vermögensverwaltung. Gleichzeitig verhindern sie, dass Anleger emotionale oder suboptimale Anlageentscheidungen treffen. Zum Schutz dieser Anleger. Ein Algorithmus überwacht laufend das Portfolio und nimmt Anpassungen vor.

    Pro vs. Contra

    Die Vorteile der automatisierten Prozesse: Geringer Zeitaufwand, sinkende Gebühren, steigende Effizienz. Die KI verbessert ebenfalls die Kundeninteraktion durch einfache und digitale Benutzeroberflächen und verfügt über ein hohes Maß an Diversifikation und Transparenz. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer automatischen Umschichtung für azyklische Investments. Und wichtig: die menschliche Entscheidung als Fehlerquelle wird wegrationalisiert. Auch ist ein Robo-Advisor in seiner Entscheidung unabhängig.

    Die Nachteile: Es besteht eine eingeschränkte Auswahl der Finanzprodukte und Märkte. Anleger können ihre Geldanlage nicht individualisieren und der Erfolg ist nicht einschätzbar. Zwar sind die Advisoren im Schnitt kostengünstiger aber teurer als die eigenständige Geldanlage. Ebenfalls gibt es keine Möglichkeit den Markt zu schlagen, Angebote gibt es nur per Direktvertrieb und die Asset-Allokation ist starr.

    Robo-Advisor vs. Vermögensverwaltung

    Der mechanische Berater setzt auf Musterportfolios mit unterschiedlichem Risiko-Rendite-Verhältnis. Der Dienst wird dadurch kostengünstiger (keine Mindestanlage). Andererseits fehlt bei Robo-Advisoren die Beratung durch einen Anlagespezialisten. Auch bleibt das Robo-Angebot standardisiert. Einzelne ETFs oder Märkte austauschen oder individualisieren? Nicht möglich.

    Ein technisches K.O. muss der Robo auch im Bereich der Kommunikation hinnehmen. Denn sein größter Vorteil ist zeitgleich sein größter Nachteil. Stichwort: Individualisierung. Denn die wichtigste Stärke einer persönlichen Beratung besteht darin, dass erfahrenen Berater die Anforderungen des Kunden detailliert und authentisch erfassen. Da verwundert es nicht, dass die Angst vor dem digitalen Gegner auf einem Tief angekommen ist. Denn laut einer Befragung des Instituts für Vermögensverwaltung (InVV) sehen lediglich zwei Prozent der Vermögensverwalter die Programme als ernsthafte Konkurrent an. 2016 waren es immerhin noch acht Prozent.

    Gemeinsam zu mehr Gewinn

    Doch ist Maschine Menschenfeind? Mitnichten. Es gibt durchaus Eigenschaften, die beide gemeinsam haben. So ist der Zeitaufwand sowohl vom Robo-Advisor als auch von der klassischen Vermögensverwaltung sehr gering. Im besten Fall erhält der Anleger ein sehr breit diversifiziertes Portfolio. Von Experten erstellt, aktuelle Entwicklungen und Erkenntnisse mit eingerechnet.

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    Doch aufgepasst: Robo-Advisoren werden zunehmend bekannter und somit steigt die Gefahr, an unseriöse Angebote zu geraten. Zudem bieten Vermögensverwalter üblicherweise keine standardisierte und computergestützte Geldanlage nach festen Regeln, sodass hier der menschliche Fehler eine deutlich größere Rolle spielen kann.

    The Boy-Wonder

    Dass die Robo-Mensch-Kombination durchaus erfolgreich sein kann, beweist die Deutsche Bank mit ROBIN. So bietet die digitale Vermögensverwaltung einen effektiven Mix aus Kapitalmarktwissen und Technologie an. In nur einer Dienstleistung. ROBIN hat die Aufgabe die Grundlage eines Portfolios zu bilden. Sein Fundament: Eine Mischung aus  modernen kapitalmarkttheoretischen Erkenntnisse und der internen Marktmeinung. Somit fließen in ROBIN aktuelles Wissen sowie das gesamte Verständnis des Kapitalmarktes einer globalen Bank zusammen.

    Bild: © Artram / fotolia.com

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