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    Branchentalk: Wo bleibt der Nachwuchs? Bitte melden!

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    Generationswechsel und Nachwuchsprobleme. Auch die Versicherungsbranche steht vor einer gewaltigen Aufgabe. Denn bislang gelingt es ihr nicht, ausreichend junge Menschen für eine Karriere in der Versicherungswirtschaft zu begeistern. Insbesondere in Beratung und Vertrieb fehlen Bewerber für offene Stellen. 

    Und dennoch schaffen es einige – und häufig nicht die ganz großen – Unternehmen ausnehmend gut, die Talente von morgen zu finden und zu begeistern. Aber wie? Mit welchen Methoden und Maßnahmen gelingt ihnen das? Das und mehr erfuhren die Zuschauer des digitalen Branchentalks des Vereins Zukunft für Finanzberatung am Montag, 12. Dezember 2022 ab 18:00 Uhr.

    Die Aufzeichnung des Branchentalks steht ab sofort on demand als Video zur Verfügung. Und auch für alle, die sich die Gesprächsrunde nur anhören möchten, ist gesorgt:

    Auf dem Branchentalk-Podium begrüßten wir: Florian Dismann, Inhaber Finanzmakler Bodensee Konzept GmbH, Franziska Geusen,  Geschäftsführerin Hans John Versicherungsmakler GmbH, Sascha Rabe, Direktionsleiter der Deutschen Vermögensberatung und Hans Steup, Gründer und Inhaber von VersicherungsKarrieren.

    Premiere: Der Branchentalk am 12. Dezember wurde zum erstenmal live aus den RT1.tv Studios in Augsburg gesendet. Durch den Abend führten: Dr. Rainer Demski (NewFinance) und Christian Schwalb (SCALA Finanzgruppe).

    Studio Augsburg Brachentalk
    Brachentalk in den RT1.tv Studios in Augsburg

    Zum Thema: 

    Ruhestandswelle im Anmarsch – und keine Nachfolge in Sicht … 

    Dass Versicherer dringend Nachwuchs brauchen, ist gerade mit Blick auf den Vertrieb mit einem Durchschnittsalter von etwa 50 Jahren besonders offensichtlich. Derzeit gibt es in Deutschland rund 192.000 registrierte Versicherungsvermittler. Rund 46.000 davon sind Versicherungsmakler. Nach Angaben des Maklerbarometers von Policen Direkt plant rund ein Drittel der Makler in den nächsten ein bis zwei Jahren in den Ruhestand zu gehen. Rund 75 Prozent der Einzelmakler haben ihre Nachfolge noch nicht geregelt. Hier herrscht Handlungsbedarf. Aber welcher?

    Versicherung – tatsächlich zu unattraktiv für junge Leute?

    Trotz erster Initiativen: Die Zahl der Auszubildenden in der Versicherungsbranche ist laut dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen (AGV) in Deutschland seit Jahren rückläufig. Versicherungsunternehmen scheinen jungen Leuten trotz guter Gehälter und sicherer Jobperspektiven nicht das geben zu können, was heute gefragt ist. 

    Verlierer im Job-Ranking. Das Ansehen von Versicherungsvertretern ist bescheiden

    Nicht neu. Aber noch immer Thema: Das Imageproblem der Branche. Die Versicherungsbranche gilt weiterhin als langweilig und angestaubt. Bei Umfragen liegen Versicherungsmanager und Makler regelmäßig auf dem letzten Platz der Wunschberufe. Liegt das schlechte Image tatsächlich nur daran, dass Befragungen und Berichte oft nur Vorurteile widerspiegeln? 

    Alle werden in einen Topf geworfen 

    Wer kennt schon den Unterschied zwischen gebundenen und ungebundenen Versicherungsvertretern, Versicherungsmaklern, Versicherungsberatern und seinem persönlichen Ansprechpartner im Innen- oder Außendienst?

    Azubis bitte melden! So manche Ausbildungsstelle bleibt unbesetzt

    Durch den demografischen Wandel haben Schulabgänger häufig die freie Auswahl bei Ausbildungs- und Studienplätzen. Die Versicherungsbranche zieht dabei meist den Kürzeren. Es fehlt der Branche an nachhaltigem Marketing, um dem Nachwuchs klar zu machen, was sich im Tagesgeschäft hinter diesen Jobs verbirgt. 

    Recruiter bekommen es zu spüren

    Versicherungen spielen in der Erlebniswelt von jungen Leuten fast keine Rolle. Viele können sich daher wenig darunter vorstellen, anders als beispielsweise bei einer Ausbildung im Handwerk oder im Kfz-Gewerbe. Daran und an der Aufklärung über die verschiedenen Berufsbilder muss die Branche zukünftig arbeiten. 

    Doch manchem gelingt das Kunststück

    Und dennoch gelingt es einigen Unternehmen der Branche, die Talente von morgen zu finden und zu begeistern. Unsere Podiumsgäste berichten: Von ihren Beobachtungen, Erfahrungen, Kämpfen und Ideen.

    • Sascha Rabe: 

    „Dadurch, dass es heute und in Zukunft weniger Fachkräfte im Markt gibt, kommt es darauf an, dass die Unternehmen kreativer, flexibler und engagierter um die künftigen Mitarbeiter werben. Das tue ich jeden Tag mit maximaler Leidenschaft.“

    „Ich habe Mitarbeiter mit 11 unterschiedlichen Muttersprachen in meinem Team. Es leben in Deutschland exzellent ausgebildete Menschen aus anderen Ländern. Dadurch, dass wir sie zu Vermögensberatern ausbilden, schaffen wir für sie eine sinnvolle Arbeit und einen maximalen Mehrwert für ihre Kunden. Und auch für Frauen mit Kindern eignet sich der Beruf sehr gut, da man flexibel und ohne Rücksicht auf Öffnungszeiten arbeiten kann. Meine Aufgabe ist es, für diese Frauen einen professionellen Rahmen zu schaffen.“

    • Franziska Geusen:

    „Früher galt ein Job in unserer Branche als sicher und war damit attraktiv. Heute haben wir Vollbeschäftigung und gute Schulabgänger. Die können sich ihren Job aussuchen. Da klingt Social Media Manager natürlich deutlich interessanter als Versicherungsmakler.“

    „Selbstvermarktung auf Social Media: Das machen wir noch zu wenig. Recruiting über Hochschulen, d.h. die Schüler bewerben sich an der Hochschule und erhalten dort eine Auswahl an Praxispartnern. Das machen wir.“

    „Wir bilden duale Studierende aus, aktuell haben wir 2 BWL-Studierende im 2. Studienjahr, 2 im 1. Studienjahr und 2 Informatik-Studenten im 1. Studienjahr. Wir hatten in der Vergangenheit auch Azubis, aber hier haben wir in den letzten zwei Jahren keine erfolgreichen Einstellungsgespräche mehr geführt. Insbesondere nach der kürzlich erfolgten Reform ist der Ausbildungsberuf „Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen“ für uns als Gewerbemakler auch wenig interessant, da ich die erforderlichen Kenntnisse für die Prüfung und den Inhalt der Ausbildung kaum vermitteln kann.“

    • Florian Dismann:

    „Fachkräfte- und Azubigewinnung ist wie Abnehmen. Jeder weis theoretisch, wie es geht. Mehr Bewegung, weniger Essen. Aber kaum jemand kommt in die Umsetzung.“ 

    „Den jungen Menschen fehlt oft die Perspektive im klassischen Angestellten-Verhältnis. In der Finanzbranche ist es extrem gut möglich, ohne ein 15 Semester-Studium und 2 Millionen Euro Startkapital ein Unternehmen aufzubauen.“

    „Nachwuchskrise ja. Aber im Gegenzug birgt jede Krise auch eine große Chance für Unternehmen, die es erkannt haben, dass sie ihre Personalstrategie überdenken müssen.“

    • Hans Steup:

    „Mein Erfolgsrezept für erfolgreiches Recruiting in der Branche: Wirkungsvolle Stellenangebote mit Strahlkraft, Sichtbarkeit und Reichweite. Strahlkraft durch eine Jobstory, die passenden Kandidaten ein Gefühl dafür gibt, wie es ist, im Unternehmen zu arbeiten und nicht beim Mitbewerber nebenan. Sichtbarkeit auf einem Spezial-Stellenmarkt bei Kandidaten, die aktiv einen Job suchen. Reichweite in den sozialen Medien bei Kandidaten, die nicht aktiv suchen und dennoch offen sind für eine neue Position.“

    Titelbild: © New Finance

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