Facebook informiert betroffene Nutzer nicht über Datenleck

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Facebook informiert betroffene Nutzer nicht über Datenleck

Wie Anfang April bekannt geworden ist, sind Daten von mehr als einer halben Milliarde Facebook Nutzer aus 106 Ländern im Netz veröffentlicht worden. Die Daten stammen aus einer alten Sicherheitslücke, die laut Facebook bereits im August 2019 geschlossen wurde. Lange war nicht bekannt, wie viele Nutzer betroffen waren. Nun ist der gesamte Datensatz im Internet kostenlos abrufbar.

Sechs Millionen Nutzer aus Deutschland sind betroffen

Betroffen sind auch mehr als sechs Millionen Nutzer aus Deutschland. Das Leck umfasst sensible Daten wie Telefonnummer, vollständige Namen, Standorte, Geburtstage, E-Mail-Adressen und biographische Daten. Facebook habe nach eigenen Angaben jedoch keine Absicht, die betroffenen Nutzer vom Datenleck zu informieren.

Das Unternehmen begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass die Informationen im Internet öffentlich zugänglich sind und Nutzer nichts daran ändern könnten. Und: Finanzielle Details, Passwörter oder Gesundheitsdaten seien nicht geleakt worden. Ebenso teilte eine Sprecherin auf Twitter mit, es handle sich um “alte Daten”. Jedoch dürften Daten wie der Geburtstag und der vollständige Name weiterhin für Cyberkriminelle relevant sein. Schließlich ändern sich diese bei den allerwenigsten Menschen innerhalb von zwei Jahren.

Wie kam es zu dem Datenleck?

Angreifer nutzten 2019 eine Schwachstelle von Facebook. Möglich machte es jene Funktion, die es Nutzern erlaubte, anhand der gespeicherten Kontakte die Facebook-Profile dieser Personen zu finden. Die Lücke schloss das Unternehmen jedoch nach eigenen Angaben umgehend und entfernte die Möglichkeit, andere Nutzer anhand ihrer Telefonnummer zu finden.

So sehe ich, ob meine Daten betroffen sind

Wer wissen möchte, ob seine Daten ebenfalls gestohlen wurden, kann das anhand folgender Website herausfinden: haveibeenpwned.com. Man muss dazu nur die E-Mail-Adresse eingeben, die mit Facebook verknüpft ist. Falls diese in dem geleakten Datensatz auftaucht, erscheint ein Warnhinweis.

Titelbild: © antipathique/stockAdobe.com

Brigitte Mellert
Brigitte Mellert
Ihr Journalismus-Studium und ihre Redakteursausbildung zogen sie vor Jahren aus München weg nach Schwaben. Nun, zurück in der neuen alten Heimat, durchforstet sie als Online-Redakteurin die Finanzwelt nach spannenden Geschichten. Dort fündig geworden, verbringt sie ihre Freizeit am liebsten in der Natur auf dem Rad oder beim Wandern in den Bergen.

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